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Bei chronischen Leiden, die aus schulmedizinischer Sicht "behandlungsresistent" scheint, erzielen "Fernheiler" statistisch signifikante Erfolge: Nicht nur die seelische Verfassung und Lebensqualität der Patienten verbessern sich im allgemeinen deutlich, sondern auch die körperliche Symptomatik. Dies ist die vorläufige Bilanz der ersten von zwei Testphasen einer großangelegten Studie, bei der 50 Geistheiler, unter Aufsicht eines neunköpfigen Teams von Medizinern und Psychologen, innerhalb von fünf Monaten 60 Langzeitkranke betreut haben. An der Studie sind Wissenschaftler mehrerer Universitäten und privater Forschungsinstitute beteiligt. Sie wird mit weiteren 170 Patienten fortgesetzt.

Am "Fernheiltest", dem bislang aufwendigsten in Europa, nehmen insgesamt 290 chronisch Kranke teil, die sich auf Presseaufrufe hin beworben haben und aus über 400 Bewerbern ausgewählt worden sind. In die erste Testphase wurden 120 Patienten einbezogen. Die Hälfte von ihnen, also 60, wurde der "Therapiegruppe" zugelost. Die übrigen 60 bildeten, zum Vergleich, eine Kontrollgruppe: Sie blieb im Versuchszeitraum geistig unbehandelt. Insgesamt 144 diagnostizierte Leiden, im Schnitt 2,4 pro Patient, brachte die Behandlungsgruppe mit. Das Spektrum reichte dabei von Migräne, Tinnitus und Neurodermitis über Bronchialasthma bis hin zu Arthritis, Tumorleiden und angeborenen körperlich?geistigen Behinderungen. Durchschnittlich über elf Jahre quälten sie sich bereits mit ihrem Leiden. Die meisten galten aus ärztlicher Sicht als "behandlungsresistent", wenn nicht als "austherapiert": Nahezu jedem dritten Patienten war zuvor ärztlicherseits vorausgesagt worden, sein Leiden könne sich nicht mehr bessern oder werde sich noch weiter verschlimmern.

Eine anonyme Gruppe von 30 Patienten wurde von den übrigen 49 Heilern betreut. Diesen lag nichts weiter vor als ein Foto der Betreffenden. Name, Adresse, Diagnose waren den Heilern unbekannt, und es kam zu keinerlei persönlichen Kontakten. Um jeden Patienten der "anonymen Gruppe" kümmerten sich vier bis sechs Fernheiler. Vor Beginn und nach Abschluss des Tests bewertete ein Team von neun Ärzten, Heilpraktikern und Psychologen Zustand und Entwicklung der vorliegenden Krankheitsbilder, beschreibt und quantifiziert sie auf vorbereiteten Formularen. "Die statistische Auswertung lässt Trends erkennen, die manches gängige Vorurteil ins Wanken bringen", erklärt der Versuchsleiter und Mitorganisator des Basler "Weltkongresses", Dr. Harald Wiesendanger.


Fernheilung wirkt ?

"seltener zwar, als überschwängliche Esoteriker in Aussicht stellen, aber erheblich häufiger und tiefgreifender, als Skeptiker für möglich halten", so Wiesendanger. Bei Testende ging es den Fernbehandelten in allen drei Untergruppen auffallend besser als der Kontrollgruppe ? und dies nach sämtlichen eingesetzten Messverfahren, sowohl gemäss der Selbsteinschätzung der Patienten als auch im Urteil des Ärzteteams. Der Psychologe Dr. Harald Walach von der Universität Freiburg ? er betreut die Diplomarbeit zum Fernheiltest ? bezeichnet die festgestellten Veränderungswerte als "in allen Skalen deutlich, statistisch signifikant und klinisch bedeutsam". Die Fernbehandelten erfuhren in der Regel einen beträchtlichen Zugewinn an Lebensqualität. Sie spüren "mehr Zuversicht, Lebensfreude und Kraft", "mehr Interesse und Motivation", mehr innere Ruhe, Ausgeglichenheit und gehobene Stimmung, werden von Ängsten und Depressionen weniger belastet.

"Zu Euphorie gibt die Studie gleichwohl keinen Anlass", betont Wiesendanger. Nur drei von 60 Versuchspersonen seien anscheinend vollständig genesen, wie angesichts der Schwere und Dauer ihrer Leiden auch kaum anders zu erwarten gewesen sei.

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